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Sonderposten und Restposten vom Großhandel
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Haustiere und Landwirtschaft
Landwirtschaft, ein Begriff, bei dem einem sofort der Bauer einfällt. Den Bauer verbindet man selbstverständlich sofort mit Tieren, denn auf jedem Bauernhof findet man neben den Nutztieren auch Haustiere. Von den ersten Bauern in der Geschichte kannte man meist nur den Hund als Haustier. Schafe und Ziegen, die ursprünglich Bergtiere des Orients waren, kamen, genau wie die ersten Feldfrüchte kamen erst ganz allmählich dazu.
Aber einfach nur noch Kühe melken, oder Schweine mästen und vielleicht als Zuerwerb noch Getreide anbauen, ist nicht mehr. Heute müssen Menschen die in der Landwirtschaft arbeiten, flexibel sein, sich müssen sich für Schwerpunkte entscheiden und auch sie leiden unter dem immer größer werdenden Leistungsdruck.
Die Landwirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. In der Viehhaltung gibt es nur noch vereinzelt reine Viehhöfe. Die meisten Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, haben sich auf ganz bestimmte Tiere oder Arbeiten spezialisiert.
Unser Leben wäre ohne Landwirtschaft undenkbar. Denn wie sollen Milch, Käse oder auch die Butter in den Kühlschrank kommen, wenn es keine Landwirtschaft gäbe? Aber Landwirtschaft ist auch mit einem sehr arbeitsintensiven Leben verbunden und nicht selten, sind die heutigen Landwirte gleichzeitig auch Großhändler oder Wiederverkäufer.
Da die Zeiten der Jagdgesellschaft glücklicherweise der Vergangenheit angehören, sind wir in der Massengesellschaft, in der wir heute leben, auf die Landwirtschaft angewiesen. Aber der Bauernhof und die Landwirtschaft sind für viele Stadtkinder beeindruckend, weil sie die dort lebenden Tiere nur aus Büchern oder dem Fernsehen kennen. Denn viele Kinder haben heutzutage den Bezug zur Natur vollkommen verloren. Man denke nur an die lila Kuh.
Da soll es doch tatsächlich Stadtkinder geben, die meinen eine Kuh sei lila. Viele landwirtschaftliche Betriebe haben sich der Zeit angepasst und ihre Betriebe mit Hofläden aufgerüstet. Einen weiteren neuen Erwerbszweig sicherten sich viele Landwirte mit der Direktbelieferung von Wochenmärkten.
Der moderne Konsument bevorzugt solche Produkte, bei denen er weiß, dass sie aus der bäuerlichen Direktvermarktung kommen und legt sich nicht selten, den einen oder anderen Sonderposten als Reserve an. Auch im Großhandel begrüßt man inzwischen diese Produkte, die sehr gerne unter dem Begriff: „Produkte aus der Region“ angeboten werden. Da kann es schon einmal ganz schnell passieren, dass von solchen Produkten nur noch Restposten vorrätig sind.
Wie in vielen Berufszweigen musste sich auch die klassische Landwirtschaft über neue Umsatzmärkten informieren. Viele Unternehmen entwickelten sich im Laufe der Jahre zu Obst- und Gemüsehöfen, auf denen man trotzdem nach wie vor Tiere, wie Pferde, Ziegen, Hühner, Hängebauchschweinchen aber natürlich auch die Hauskatze bestaunen kann.
Ganze Schulklassen haben inzwischen als Ausflugsziel den Bauernhof entdeckt. Da kann man alle Tiere, die dort leben, einmal ganz aus der Nähe kennenlernen. Da streicht einem die gute alte Hofkatze um die Beine, während man beim Melken staunen kann, woher die Milch kommt, die viele nur noch aus der Flasche oder dem Tetra-Pak kennen. Während die Kinder das Landleben bestaunen, decken sich ihre Eltern noch mit einem Sonderposten Hausmacher Spezialitäten ein.
Durch einen Besuch auf dem Bauernhof und den damit verbundenen Erlebnissen, werden Kindern frühzeitig und anschaulich, die Zusammenhänge, zwischen Landwirtschaft und landwirtschaftlichen Produkten, dargebracht.
In Zusammenhang mit Landwirtschaft und Haustieren hat sich beispielsweise in Österreich ein ganz neues Projekt etabliert. Dort können landwirtschaftliche Facharbeiter die Berufsausbildung mit dem Schwerpunkt Haustierhaltung absolvieren. Das Ziel ist, Jugendliche, die gerne mit Tieren arbeiten und durch ihre eigene Haustierhaltung auch Vorkenntnisse haben, neue Akzente zu setzen.
Schwerpunkte der Ausbildung sind Haustierethologie, Fütterung und Zucht insbesondere von Hunden, Katzen, Kleinnagern und vielen anderen mehr. Eine der neuen Einnahmequellen in der Landwirtschaft sind zweifelsohne die Direktvermarktung, die sich auf steilem Expansionskurs befindet. Hierbei geht es darum Produkte von verschiedenen Zulieferern nicht über den Großhandel oder den Wiederverkäufer an den Verbraucher zu bringen, sondern in den hofeigenen Laden zu verkaufen. Denn Einkaufen und Genießen auf dem Bauernhof ist weit mehr als nur der reine Einkauf von Lebensmitteln.
Berthold Brecht schrieb einmal: „Ich bestelle ein Steak und der Unmensch von Schlachter tötet ein Rind“. Aber gerade bei einer gut geführten Landwirtschaft wird man jederzeit feststellen, dass es nicht die Frage ist, Tiere essen oder nicht, sondern vielmehr wie diese Tiere leben müssen oder dürfen? Wie oft wurde nicht schon der Spruch belächelt, glückliche Milch von glücklichen Kühen. Es geht einfach nur um die Erkenntnis der natürlichen Lebensweisen ob beim Nutztier oder auch beim Haustier.
Viele Skandale über Lebensmittel, die in den vergangenen Jahre bekannt wurden, betrafen die Landwirtschaft direkt oder indirekt. Der Großhandel hatte daraufhin teilweise enorme Absatzprobleme, denn der Kunde war durch Meldungen über erhöhten Medikamenteneinsatz und Krankheiten wie BSE alarmiert und hielt sich mit dem Kauf landwirtschaftlicher Produkte zurück.
Das Resümee daraus lautet: Vernünftige und artgerechte Tierhaltung und eine nachvollziehbare Landwirtschaft, sind immer noch die bewährtesten Methoden, um sowohl im Großhandel aber auch bei Wiederverkäufern vernünftige Verkaufszahlen zu erzielen. Denn noch immer wird Ehrlichkeit und Nachvollziehbarkeit vom Kunden belohnt und dann ist er auch gewillt, ein klein bisschen mehr zu zahlen.
