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Sonderposten und Restposten vom Großhandel
Sonderposten und Restposten vom Großhandel
Saisonware
Zur Saisonware gehören alle Waren, die nicht das ganze Jahr über verkauft werden. Da Großhandel und Handel die Saisonartikel nicht ständig in ihrem Sortiment führen, gibt es vor und nach der Saison der jeweiligen Artikel häufig Sonderposten oder Restposten, die besonders günstig abgegeben werden. Zu der Saisonware zählen aber auch Artikel, die aus Überproduktionen stammen oder Rückläufer sind mit kleinen Schäden.
Saisonartikel sind Produkte wie zum Beispiel Jahresendartikel. Dazu zählen Weihnachtskugeln, Tannenbaumständer, Baumschmuck, Stollen, Lebkuchen und Kerzen sowie Tischdecken und Servietten mit Motiven von Nikoläusen und Sternen, Tannenzweigen und Adventskränzen. Im Frühling hingegen sind Karnevalskostüme und Osterwaren ein wichtiges Segment, im Sommer Badeartikel und Sonnencreme.
Neue jahreszeitenabhängige Waren sind zudem Halloween-Artikel wie Kürbisse und Fledermäuse, aber auch Waren mit Herzmotiven zum Valentinstag oder Muttertag. Diese Waren haben in geringerem Umfang aber auch darüber hinaus ganzjährig Saison.
Viele Wiederverkäufer sparen viel Geld und ordern Saisonware antizyklisch. Sie setzen darauf, dass sich die Artikelauswahl im kommenden Jahr nicht deutlich ändert. So hoffen sie beispielsweise, dass sie ihre Winterware, die sie im Sommer günstig erworben haben, in der Folgesaison noch gewinnbringend absetzen können. Kauft ein Großhändler oder Händler Restposten von Saisonware auf, kann er im nächsten Jahr zur Saison konkurrenzlos günstige Preise anbieten oder aber seine Gewinnmarge erhöhen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Lagerung der Waren in der Zwischenzeit nicht zu kostspielig ist.
Viele Wiederverkäufer kaufen Saisonware vom Großhandel immer dann, wenn ihre eigenen Lagerbestände zur Neigung gehen und Lagerplatz für eine befristete Zeit preiswert zur Verfügung steht. Der Käufer von Saisonartikeln sollte jedoch einige Punkte beachten, die darüber entscheiden, ob sich der Kauf lohnt oder nicht.
Zuerst sollte er sich danach erkundigen, woher die Saisonware stammt. Wer ist der Hersteller, wer der Großhändler oder Händler, der diese Restposten abgibt? Diese Informationen lassen bereits auf die zu erwartende Qualität, die Marke und damit auch den Preis rückschließen.
Außerdem gewinnt man mit diesen Informationen Aufschluss darüber, wie nachgefragt diese Artikel waren oder ob sie bereits im Vorjahr zu den Ladenhütern zählten. Es ist schließlich ein Unterschied, ob sich ein Hersteller bei der Produktion verkalkuliert hat, Ausschuss produziert hat oder ob der Handel die Saisonartikel zurückgibt, weil sie keine Käufer gefunden haben. Die Herkunft der zum Verkauf stehenden Saisonartikel ist daher von großer Bedeutung. Weiß man Hersteller und Marke, lässt sich auch die benötigte Menge für den Verkauf in der nächsten Saison besser kalkulieren.
Je mehr Saisonware man auf einen Schlag abnimmt, umso günstiger der Preis. Das stimmt aber nur dann, wenn der Wiederverkäufer die Ware auch im nächsten Jahr tatsächlich verkauft. Bleibt er auf ihr sitzen und muss sie wiederum zu einem Preis abgeben, der unter seinem Einkaufspreis liegt, macht er Verlust. Es lohnt sich also, mit spitzem Bleistift zu kalkulieren, welche Menge man tatsächlich benötigt.
Sonderposten werden deshalb manchmal als Mischpaletten angeboten. In diesem Fall bekommt man Saisonware besonders günstig, geht aber das Risiko ein, unter den Artikeln auch Ladenhüter gekauft zu haben. Der Käufer von Mischpaletten weiß im Vorfeld nämlich nicht, aus welchen Artikeln sich die Saisonware im Einzelnen zusammensetzt. Manchmal ist der Käufer daher besser beraten, die Saisonartikel gezielt auszusuchen und dafür lieber etwas mehr zu zahlen.
